Silberne Hochzeitstournee auf der Bühne: Erwin Steinhauer und Heinz Marecek über Feuerwehrfeste in Krems, Proben auf Ibiza und fliegende Gebisse

Im Gespräch 8. November 2026 · Von Robin Schmutzer
Silberne Hochzeitstournee auf der Bühne: Erwin Steinhauer und Heinz Marecek über Feuerwehrfeste in Krems, Proben auf Ibiza und fliegende Gebisse

Vor 25 Jahren standen Erwin Steinhauer und Heinz Marecek mit ihrem gemeinsamen Erfolgsprogramm auf der Bühne – nun kehren die beiden Publikumslieblinge für eine „silberne Hochzeitstournee“ ihrer langjährigen „Berufsehe“ zurück. An eine goldene Hochzeitstournee denken die beiden zwar noch nicht, doch der Anlass für das aktuelle Bühnen-Comeback war ein besonderer: Kristine Marecek, die Ehefrau von Heinz Marecek, schlug zum 80. Geburtstag ihres Mannes vor, dass die „zwei alten Deppen“ noch einmal gemeinsam auf die Bühne gehen sollten.

Proben unter der Sonne Ibizas und Erinnerungen an Krems

Vorbereitet wurde das Programm unter beneidenswerten Bedingungen. Da Heinz Marecek seinen Lebensmittelpunkt auf Ibiza hat und der Kälte in Österreich nur für wirklich wichtige Dinge – wie Auftritte mit Erwin Steinhauer – trotzt, reiste Steinhauer im Februar kurzerhand auf die spanische Insel. Während in Österreich eisige Temperaturen herrschten, saßen die beiden Schauspieler bei 20 bis 22 Grad in Hemdsärmeln am Strand von Ibiza, studierten die Texte durch und vereinbarten ihre Übungen.

Beim Tour-Stopp in Krems werden bei Erwin Steinhauer zudem besondere Erinnerungen an die 1980er-Jahre wach, als er dort mit Helmut Qualtingers „Der Herr Karl“ gastierte. Wegen der damals in Krems traditionell sehr hohen Vergnügungssteuer reichte Steinhauer bei der Stadtgemeinde ein Ansuchen um Reduktion ein. Das Antwortschreiben bewahrt er bis heute zu Hause auf: Darin hieß es, man könne die Steuer leider nur für „kulturell wertvolle Veranstaltungen wie Feuerwehrfeste“ senken.

Wahre Freundschaft und Pointen für Insider

Was das Duo nach Jahrzehnten noch immer zusammenschweißt, geht weit über berufliche Wertschätzung hinaus. Auf die Frage, was er an Steinhauer als Freund am meisten schätzt, antwortet Marecek trocken: „Dass er einer ist. Das ist mehr, als man von vielen Leuten behaupten kann.“ Steinhauer wiederum hebt Mareceks Humor, seine Menschlichkeit und seine große Bildung hervor – es sei schlicht angenehm, mit Menschen zu tun zu haben, „wo einem die Dummheit nicht ins Auge springt“. Auch astrologisch herrscht Gleichklang: Beide sind im Sternzeichen Jungfrau geboren und haben den Schützen im Aszendenten, weshalb beide ganz genau wissen, was sie wollen.

Auf der Bühne genießen die beiden jede Sekunde, vom ersten Auftritt bis zum Schlussapplaus. Steinhauers persönliche Lieblingspointe im Stück ist dabei ein echter Insider-Schmäh: Auf die Frage „Wie laufen die Geschäfte?“ antwortet Marecek im Programm mit „Wie’s Matzes in Oberammergau“. Dass heute kaum noch jemand die Anspielung auf das ungesäuerte jüdische Brot bei den katholischen Passionsspielen versteht – vergleichbar mit „Schweinsbraten in Damaskus“ –, tut der eigenen Freude keinen Abbruch: „Wir amüsieren uns köstlich“, erzählt Steinhauer, merkt aber an, dass die Pointe in Wien dank eines jüdischen Publikums nach wie vor für mehr Lacher sorgt.

Fitness-Programm, „Guilty Pleasures“ und Musik

Um den intensiven Tourplan bis Mitte Dezember – mit Stationen wie Wels, Krems, dem zum dritten Mal ausverkauften Wiener Konzerthaus, Traun, dem Theater Akzent, Purkersdorf und der Cselley Mühle in Oslip – körperlich zu bewältigen, setzen beide auf Heimübungen. Steinhauer trainiert zusätzlich zweimal pro Woche mit einer Physiotrainerin, um dem altersbedingten Muskelabbau entgegenzuwirken und die Gelenke zu schonen. Genussmittel wie Essen, Trinken und Rauchen hat Steinhauer hingegen gestrichen und bezeichnet seinen Alltag heute scherzhaft als „freudlose Gasse“. Musikalisch bleibt er mit seiner Klezmer-Band „Steinhauer und seine Lieben“ sowie einem Programm rund um Hermann Leopoldi und Ralph Benatzky aktiv, auch wenn sich der Fan-Andrang seit den 1980er-Jahren gewandelt hat: „In jungen Jahren fliegen die Herzen und die Blumen und jetzt fliegen die Gebisse.“

Heinz Marecek gönnt sich abseits der Bühne weiterhin fettes und süßes Essen wie Milka Biscoff völlig ohne Reue. Ein schlechtes Gewissen bereitet ihm lediglich das Rauchen, das er einzuschränken versucht, indem er immer nur halbe Zigaretten raucht – als Ausgleichsmedizin dient ihm das Lachen.

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