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Brauchtum

Maibaum-Zeit: Wenn ganz Niederösterreich Tradition feiert

Am 1. Mai wird in unseren Gemeinden wieder der Maibaum aufgestellt – ein Brauch voller Geschichte

Stadtradio Eins · Redaktion
29. April 2026 2 Min. Lesezeit

In wenigen Tagen ist es wieder soweit: Am 1. Mai werden in zahlreichen niederösterreichischen Gemeinden die Maibäume aufgestellt. Was für viele Besucher aus der Stadt ein malerisches Spektakel ist, bedeutet für die Dorfgemeinschaften weit mehr – es ist gelebte Tradition und wichtiger sozialer Zusammenhalt.

Ein Brauch mit jahrhundertealter Geschichte

Das Maibaumaufstellen reicht bis ins Mittelalter zurück. Ursprünglich sollte der geschmückte Baum Fruchtbarkeit und Wachstum symbolisieren – passend zum Frühling, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht. In Niederösterreich hat sich dieser Brauch besonders im Mostviertel und Waldviertel gehalten, wo noch heute ganze Ortschaften zusammenkommen, um gemeinsam den Maibaum zu errichten.

Der klassische niederösterreichische Maibaum ist eine bis zu 30 Meter hohe, entrindete Fichte oder Tanne. Geschmückt wird sie mit bunten Bändern, Kränzen und oft auch mit den Zunftzeichen der örtlichen Handwerker. In manchen Gemeinden hängen sogar kleine Geschenke oder Süßigkeiten am Baum – eine besondere Freude für die Kinder.

Gemeinschaftswerk mit festem Ablauf

Das Aufstellen selbst ist ein echtes Gemeinschaftswerk. Bereits Wochen vorher wird der passende Baum ausgesucht und gefällt. Die Männer des Ortes übernehmen traditionell das Entrinden und Schmücken, während die Frauen für das leibliche Wohl sorgen. Am Morgen des 1. Mai versammelt sich dann die ganze Gemeinde auf dem Dorfplatz.

Mit vereinten Kräften und langen Stangen wird der Maibaum aufgerichtet – ein Spektakel, das Geschick und Koordination erfordert. Dabei erklingen oft traditionelle Weisen, gespielt von der örtlichen Musikkapelle. Nach getaner Arbeit wird ausgiebig gefeiert: mit Würstel, Bier und Most aus der Region.

Mehr als nur Tradition

Tatsächlich nutzen viele Gemeinden den 1. Mai auch, um neue Bewohner willkommen zu heißen und das Dorfleben zu stärken.

Besucher sind bei den meisten Maibaumfesten herzlich willkommen. Besonders empfehlenswert sind die Feiern in Weissenkirchen in der Wachau, in Gaming im Mostviertel oder in Raabs an der Thaya im Waldviertel. Hier können Sie echte niederösterreichische Gemütlichkeit erleben und dabei zusehen, wie jahrhundertealte Tradition lebendig gehalten wird.

Der Maibaum bleibt übrigens meist bis Ende Mai stehen, manchmal sogar bis zum Herbst – als weithin sichtbares Zeichen für Gemeinschaft und Tradition in unseren Dörfern.

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