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Brauchtum

Ostersonntag in Niederösterreich: Wenn die Tradition erwacht

Von geweihten Speisen bis zum Ostereiersuchen - so wird das höchste Fest gefeiert

Stadtradio Eins · Redaktion
5. April 2026 2 Min. Lesezeit

Der Ostersonntag ist der Höhepunkt des Kirchenjahres und wird in Niederösterreich mit jahrhundertealten Bräuchen gefeiert. Von der Wachau bis zum Weinviertel, vom Mostviertel bis ins Industrieviertel – überall erwachen heuer am 5. April die gleichen Traditionen zum Leben.

Die Ostermesse als feierlicher Auftakt

Der Tag beginnt traditionell mit der Auferstehungsmesse in den Pfarrkirchen. In vielen niederösterreichischen Gemeinden läuten bereits vor Sonnenaufgang die Glocken zur Ostervigil. Besonders eindrucksvoll ist die Osterliturgie im Stift Melk oder in der Basilika Mariazell, wo hunderte Gläubige das "Christ ist erstanden" anstimmen.

Nach der heiligen Messe folgt ein Brauch, der seit Generationen gepflegt wird: die Weihe der Osterspeisen. Der Pfarrer segnet die mitgebrachten Körbe mit Ostereiern, Osterschinken, Kren, Salzstangerl und dem traditionellen Osterlamm aus Biskuit oder Hefeteig.

Das Osterfrühstück mit geweihten Speisen

Zurück zu Hause wird das Osterfrühstück zelebriert. Die geweihten Speisen haben dabei jeweils ihre eigene Bedeutung: Das hart gekochte Ei symbolisiert die Auferstehung, der Schinken steht für Wohlstand, der scharfe Kren erinnert an die Leiden Christi, und das Salzstangerl soll Glück bringen.

Das Osterlamm darf dabei auf keinem niederösterreichischen Ostertisch fehlen. Oft wird es aus einem speziellen Biskuitteig gebacken und mit Staubzucker bestäubt. In vielen Familien werden noch die alten Lammformen der Großmutter verwendet.

Die große Ostereiersuche

Für die Kinder ist das Ostereiersuchen der absolute Höhepunkt. Im Garten, zwischen den ersten Frühlingsblumen oder bei schlechtem Wetter im Haus werden bunte Eier, Schokohasen und kleine Geschenke versteckt. Dieser Brauch geht auf die Legende vom Osterhasen zurück, der als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben gilt.

In ländlichen Gebieten Niederösterreichs gibt es oft auch das "Eierpecken" – ein spielerischer Wettkampf, bei dem hart gekochte Eier gegeneinander geschlagen werden. Wessen Ei unbeschädigt bleibt, hat gewonnen.

Regionale Besonderheiten

Im Waldviertel ist es Tradition, dass die Patin den Patenkindern ein besonders schönes Osterei schenkt. In der Wachau werden oft die ersten Marillenblüten als Osterschmuck verwendet. Im Weinviertel gehört ein Glas junger Wein zum Osterfrühstück dazu.

Viele niederösterreichische Gemeinden organisieren auch öffentliche Ostermärkte oder Osterfeste in den Ortszentren, wo sich Jung und Alt treffen und gemeinsam feiern.

Diese liebevoll gepflegten Osterbräuche verbinden die Generationen und machen den Ostersonntag zu einem besonderen Familienfest, das weit über den religiösen Aspekt hinausgeht und tief in der niederösterreichischen Kultur verwurzelt ist.

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